Outdoor Ladies just wanna have fun: Ein Hüttenwochenende in den Tannheimer Bergen.

„Eins, zwei, drei, … ACHT!“ zählt mein männliches Gegenüber heimlich. Seine rechte Augenbraue geht hoch, er nickt anerkennend und lächelt selig. Ob er gerade überlegt, wie er seine Kumpels los wird, um mit uns acht Outdoor Ladies alleine am Tisch zu sitzen? Nichts da, dieses Wochenende bleiben wir Mädels lieber unter uns, denn wir sind unterwegs auf der Outdoor Ladies Blogerinnen Tour in den Tannheimer Bergen. Im Social Web haben wir unsere Tour liebevoll mit dem Hashtag #OLaBT abgekürzt. 

Gipfeltour auf die Große Schlicke

Wir treffen uns an einem Samstag Morgen am Parkplatz Bärenfalle bei Musau in Österreich. Wir, das sind Stefanie (Gipfelglück), Nadine (KulturNatur), Corinna (Outdoormädchen), Chris (Klimbingkorns), Ute (Zwerg am Berg), Kathrin (Fräulein Draussen) und Karo (Lina Luftig). Es soll auf die Große Schlicke (2.059m) gehen und das Wetter stimmt uns zuversichtlich. Wir wandern zunächst gemütlich mit leichter Steigung am Sabachbach entlang. Das gibt uns Gelegenheit munter zu quatschen und uns kennenzulernen. Die Tour haben wir über Facebook organisiert und manche von uns treffen sich zum ersten Mal. Klar, drehen sich unsere Gespräche um unsere Blogs und die Begeisterung für den Bergsport, über Ausrüstung und modische Outdoorbekleidung.

Auf dem Weg zur Musauer Alm

Auf dem Weg zur Musauer Alm

Wir nähern uns der Musauer Alm (1.290m) und wundern uns über den Hubschrauber, der auf der Wiese hinter der Hütte steht. Kurz hinter der Alm geht ein Steig in Richtung Große Schlicke nach rechts ab. Mittlerweile haben sich dichte Wolken um die Bergspitzen gebildet. Ach, sprechen wir uns Mut zu, es wird schon wieder aufreißen. Mit dem Steig wird die Tour gleich viel spannender und steiler. Bevor wir komplett in der Nebelsuppe landen, machen wir noch schnell ein Gruppenfoto. Und hier zeigt sich der große Vorteil mit Outdoor-Bloggerinnen unterwegs zu sein. Keine Verrenkung wird gescheut, um das beste Foto zu bekommen.

Voller Einsatz für das perfekte Gruppenfoto

Voller Einsatz für das perfekte Gruppenfoto

Bald erreichen wir den Nebel. Gut, dass wir so bunt angezogen sind, so bleibt es einfach den Anschluss zu halten. Da ich beim Aufstieg eher langsam unterwegs bin, lasse ich die anderen Mädels an mir vorbei ziehen. Am Berg muss jeder sein Tempo gehen können, wir treffen uns oben, rufe ich den Ladies zu. Nichts da, wir bleiben zusammen und wandern auf Sicht, wiedersprechen sie mir. So ist das mit Outdoor Ladies, sie wissen das am Berg die Gruppe zusammenhält. Schnell ist man zu einem Team zusammengewachsen, in dem jeder auf den anderen achtet. Zickenalarm? Weit gefehlt.

Outdoor Ladies im Nebel

Outdoor Ladies im Nebel

Plötzlich schimmert das Gipfelkreuz der Großen Schlicke durch den Nebel. Fast da. Auf dem Gipfel soll man einen Hammerblick haben auf Gehrenspitze, Köllenspitze, Gimpel und Rote Flüh. Jetzt muss es nur noch aufziehen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und während wir auf das Wunder von Tirol warten, machen wir erst mal Brotzeit. Es offenbart sich ein weiterer Vorteil, Frauen packen leckere Sache ein, darunter frische Aprikosen und jede Menge Schokolade. Mit der Aussicht wird es leider nichts mehr, immerhin ist es windstill und warm. Die Laune ist ausgelassen und wir machen einfach das Beste daraus. Jammern hilft nicht und Outdoor Ladies wissen, manchmal hat man Glück mit dem Panorama und manchmal eben nicht. Dafür sehen wir alle extrem hervorragend aus in unseren farbenfrohen Wanderoutfits.

Farbenfroh auf der Großen Schlicke (Foto: Ute Watzl, Zwerg am Berg)

Farbenfroh auf der Großen Schlicke (Foto: Ute Watzl, Zwerg am Berg)

Beim Abstieg schenken wir uns den Abstecher zum Füssener Jöchl und gehen direkt zur Otto-Mayr-Hütte, unserer Unterkunft für diese Nacht.

Auf der Otto-Mayr-Hütte

Die Otto-Mayr-Hütte, ein Haus mit Herz

Die Otto-Mayr-Hütte, ein Haus mit Herz

Die Otto-Mayr-Hütte liegt traumhaft auf 1.528m. Ganz Lady-like setzen wir uns auf die Terrasse und bestellen Bier und Kuchen. Der nächste Vorteil mit Bloggerinnen unterwegs zu sein wird schnell gefunden, alle fotografieren ihren Kuchen. Es ist schön, unter Gleichgesinnten zu sein. Die Otto-Mayr-Hütte ist sowohl innen als auch aussen mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Ein großes Vier-gewinnt-Spiel aus Holz und ein Trampolin bieten nicht nur für Kinder Spaß. Wir beziehen unsere 5- und 3-Bett-Zimmer und staunen nicht schlecht über den Luxus von richtigen Bettdecken mit rot-karierter Bettwäsche und Ohrstöpseln auf dem Kissen.

Making-off des obligatorischen Kuchenfotos

Making-off des obligatorischen Kuchenfotos

Zum Essen gibt es einen kleinen Salat, dazu eine riesige Portion Spinatknödel oder Schlutzkrapfen. Outdoor Ladies wissen eben, dass gutes Essen zu einem gelungenen Hüttenwochenende dazu gehört. Mit Hollerschorle, Bier und Schnaps machen wir uns an die Tourenplanung für morgen. Wir liebäugeln mit der Nesselwänger Scharte, die uns an der Köllenspitze vorbei zum Sabacher Joch führt. Erfahrene Outdoor Ladies wissen allerdings, dass sie besser nochmal beim Hüttenwirt nachfragen. Da es noch vergleichweise früh im Jahr ist, könnte der Weg noch nicht begehbar sein. Wir mussten ganz schön lang auf den Hüttenwirt warten und als er endlich kam, mußte er sich beim Anblick von acht Ladies erstmal mit einem kräftigen Schluck Weißbier Mut antrinken. Und es war gut, zu fragen, denn der Weg ist noch voller Schneeh und nicht begehbar, zumindest nicht ohne sich unnötigen Gefahren auszusetzen. Also muss eine Alternative her. Der lange Weg über den Frauensee wuird uns empfohlen. Und was ist mit der Gehrenspitze? Geht’s mal hoch und kehrt halt um, wenns noch nicht geht. Gute Plannung und Information sind alles.

Gute Tourenplannung ist alles

Gute Tourenplannung ist alles

Am Abend klart es dann auch endlich auf und wir können von der Hütte aus einen Blick auf den Gipfel der Großen Schlicke erhaschen sowie auf all die Gipfel, die wir von oben hätten sehen sollen. Es ist ein Highlight jeder Hüttenübernachtung, wenn man spät abends noch in den Bergen ist und das rosafarbene Alpenglühen genießen kann.

Die Köllenspitze (oder die Gehrenspitze?) im Abendpink

Die Köllenspitze (oder die Gehrenspitze?) im Abendpink

Wanderung zum Sabacher Joch

Kurz nach acht Uhr werfen wir unsere Rucksäcke auf den Rücken und machen uns auf den Weg. Wir wollen zum Sabach- und Gehrenjoch und von dort zur Gehrenspitze (2.163m). Auf dem Forstweg geht es bis zur Musauer Alm. Dort gehen wir rechts über die Wiese und stoßen auf den Wanderweg. Die Sonne scheint und der Himmel über uns ist blau. Kein Nebel, statt dessen ein toller Blick auf die Berge um uns, wir sind glücklich. Die Wiese vor uns ist ein gelbes Blumenmeer. Immer wieder knien fotografierende Outdoor Ladies neben und über den Pflanzen.

EIn Traum in Sonnengelb

EIn Traum in Sonnengelb

Auf dem Weg entscheiden wir uns spontan um und wollen statt der Gehrenspitze den Aufstieg zum niedrigeren Schneid (2.009m) wagen. Beim Sabachjoch (1.860m) steigen wir über ein Gatter und machen uns auf den steilen, kraxligen Aufstieg. Die Gruppe vor uns kommt uns wieder entgegen. Wenn ihr sehr trittsicher seid, geht ihr weiter, sonst besser nicht. Wir sind nicht weiter gegangen, da wir uns beim Anblick des steilen Hanges der nur genau einen falschen Tritt erlaubt alle nicht sehr wohl fühlen.

(K)ein Weg zum Schneid?

(K)ein Weg zum Schneid?

Statt weiterzugehen, machen wir einfach Rast und genießen den Ausblick von unserem steilen Pausenplatz. Es ist trotzdem schön, auch ohne Gipfel. Wir haben Panoramasicht, nach der Nebeltour gestern ein absolutes Highlight.

Beim Sabachjoch überlegen wir, ob wir doch noch das Schneefeld zum Gehrenjoch queren und den Aufstieg von der anderen Seite versuchen sollen. Es gibt Unsicherheiten in der Gruppe und wir entscheiden uns den Gipfel Gipfel sein zu lassen und doch die Runde über den Frauensee zu gehen. Doch plötzlich sehen wir Menschen, die genau diesen Aufstieg zum Schneid nehmen. Und schon bereut man die Entscheidung. Das gehört auch dazu, wenn man mit einer größeren Gruppe unterwegs ist. Wenn sich nur einer unwohl fühlt, geht man nicht weiter. Zwar könnte man sich in kleinere Gruppen trennen, doch das wollen wir nicht. Schließlich steht der Spaß und das Gruppenerlebnis für uns alle im Vordergrund.

Einige Höhenmeter weiter unten queren wir den Bach und wandern Richtung Hahlealpe. Doch bevor der Abstieg kommt müssen wir erst nochmal einen ziemlichen Aufstieg meistern. Auf der Hahlealpe angekommen ist das Gras so grün und die Aussicht so schön, dass wir nicht anders können als uns in die Sonne zu legen und einfach nur den Moment zu feiern.

Pause auf der Hahlealpe (Foto: Corinna Bendereit, Outdoormädchen

Pause auf der Hahlealpe (Foto: Corinna Bendereit, Outdoormädchen

Wir wollen gar nicht mehr gehen und legen zehn Minuten sehr großzügig aus. Doch es hilft ja alles nichts, irgendwann müssen wir absteigen. Über eine Wiese geht es runter. Wir erblicken Schloss Neuschwanstein und irgendwann einen Forstweg. Ab jetzt wird es vom Weg her langweilig und vor allem lang. In einem viel zu großen Bogen mit kurzem Ausblick auf den Frauensee wandern wir zum Parkplatz Bärenfalle. Müde, aber überglücklich beenden wir unsere Tour. Der Abschied ist herzlich und alle denken das gleiche. Das müssen wir unbedingt wiederholen, denn Outdoor Ladies just wanna have fun. Und davon gibt es eine ganze Menge, wenn wir in den Bergen unterwegs sind.

Noch mehr Spaß? Noch mehr Berichte!

Wenn Outdoor Ladies in die Berge gehen, dann haben sie was zu erzählen. Unsere Berichte sind so wundervoll unterschiedlich, es lohnt sich einfach alle zu lesen.

Outdoormädchen: Outdoorladies on the rocks Teil 1 & Teil 2
KulturNatur: Glei samma da… oder: Bergsteigerlügen reloaded im Tannheimer Tal
Gipfelglück: 7 Tipps für ein Wanderwochenende in den Tannheimer Bergen in Tirol
Klimbingkorns: Outdoor ladies goes Grosse Schlicke 2019m – Bloggers Meet
Zwerg am Berg: Blogger-Blind-Date in den Tannheimern
Fräulein Draussen: 8 Frauen und kein Todesfall – Outdoorbloggerinnen auf Tour

Vielen Dank für die großartige Tour, Ladies.

5 Kommentare zu “Outdoor Ladies just wanna have fun: Ein Hüttenwochenende in den Tannheimer Bergen.

    • Sonya Schlenk Author des Beitrags

      Was funktioniert? Das Bergwandern und Spaß haben? Das ist ganz einfach. Man muss nur mit den richtigen Outdoor Ladies unterwegs sein. Oder vermutest du, ich habe euch wichtige Details vorenthalten ;).

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  1. Pingback: Outdoorladies on the rocks II – Wanderung zum Sabachjoch | OutdoorMädchen

  2. Silke

    Das klingt wirklich nach einer großartigen Tour. Besonders die Bilder, auf denen Ihr wild am Fotografieren seid, finde ich total witzig. Auf so eine Tour in netter Begleitung hätte ich auch mal Lust. Schade, daß Hamburg soooo weit weg von den Bergen ist.

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    • Sonya Schlenk Author des Beitrags

      Das ist wirklich einer der schönsten und auch witzigsten Vorteile mit Bloggerinnen zu wandern. Alle fotografieren, alle haben Verständnis, dass du wieder anhälst um ein Foto zu machen. Und das Beste, es kommen die unterschiedlichsten Tourberichte zusammen.

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