Herbstwanderung auf dem König-Ludwig-Weg zum heiligen Berg Andechs

Die Wegmarkierung König-Ludwig-Weg

Die Wegmarkierung König-Ludwig-Weg

Ein blaues K mit Krone auf weißem Hintergrund markiert den König-Ludwig-Weg, ein 120km langer Wanderweg zu Ehren von König Ludwig II von Bayern, auch liebevoll Kini genannt. Der Weg führt von Berg am Starnberger See, dem mysteriösen Todesort des Königs bis nach Füssen wo sein wohl berühmtestes Schloss Neuschwannstein steht. Freunde aus Baden-Würtemberg möchten einen Teil dieses Weges gehen. Ich begleite sie auf ihrer ersten Etappe vom Starnberger See zum Ammersee.

Der Starnberger See liegt im Nebel

Der Starnberger See liegt im Nebel

 

Wir starten an einem herbstlich-trüben Montag von Starnberg aus. Das andere Ufer des Starnberger Sees liegt im Nebel, auch die Berge sind leider nicht zu sehen. Wir wandern auf direktem Weg durch Starnberg zur Maisinger Schlucht. Der Weg entlang des Maisinger Bachs ist zu jeder Jahreszeit lohnenswert.

Die Maisinger Schlucht

Die Maisinger Schlucht

 

In Maising findet sich mit dem Gasthaus Georg Ludwig die erste Einkehrmöglichkeit. Wir wandern jedoch weiter durch das nebelverhangene Oberbayern zum Maisinger See. Auch hier ist die andere Seite des Sees kaum zu erkennen. Wir sind die einzigen hier, es ist ruhig. Nur ein paar Enten dösen auf der Seeoberfläche, manche schwimmen gemütlich und quackend an uns vorbei. Ich mag den Nebel, er verwandelt die Landschaften in eine mystische Friedlichkeit

„Heute mittag gegen zwei kommt die Sonne raus“, versichert mir meine Freundin. Dann ist ja alles gut, da werden wir schon in Andechs sein und erhaschen mit Glück einen Blick auf die Berge.

Der Maisinger See liegt auch im Nebel.

Der Maisinger See liegt auch im Nebel.

 

Vom Maisinger See geht es durch den Wald und bald an Wiesen und Felder vorbei. In Aschering kommen wir an der Kirche St. Sebastian vorbei. Der Glpckenturm hat wunderschöne rot-weiß gepunkteten Fensterrahmen. Den nächsten Abschnitt finde ich zugegebenermassen etwas langweilig, zu verwöhnt ist man als Bergwanderer von abwechslungsreichen Landschaften die sich mit jedem Schritt zeigen. Dafür lässt sich bei dieser Wanderung herrlich abschalten, man muss sich nicht auf den Weg oder das Gehen konzentrieren, man tut es einfach.

Wir spielen das Kuh-Schaf-Pferd-Spiel. Jede Kuh gibt zehn, jedes Schaf 50 und jedes Pferd 100 Punkte. Derjenige, der das Tier als erstes sieht, bekommt die Punkte. Da wir an einigen Pferdekoppeln vorbeikommen, erreicht jeder von uns einen hohen Punktestand. Ein älterer Herr auf dem Fahrrad überholt uns. „Wir sehen uns auf Andechs“ rufen wir uns zu.

Mit dem Rad nach Andechs

Mit dem Rad nach Andechs

Durch das neblige Fünfseenland

Durch das neblige Fünfseenland

 

Wir kreuzen eine Autostraße, folgen ihr ein paar Meter nach links und biegen dann rechts auf einen schmalen Pfad ab. Drei Wanderer rasen hastig an uns vorbei. Sie laufen über Rothenfeld während wir den Wiesenweg nehmen. Der ist schöner. Statt auf dem Weg bleiben und nach rechts gehen einfach geradeaus auf den Baum zulaufen, dann kann man den Weg nicht verfehlen.

Das letzte Stück nach Andechs wandern wir auf dem Kreuzweg. Hier kann der Wanderer seine Sünden loswerden und seine Ave-Marias beten, er kann es aber auch sein lassen. Der heilige Berg Andechs liegt ebenfalls im Nebel. Von der angekündigten Sonne keine Spur.

Auf dem Kreuzweg nach Andechs

Auf dem Kreuzweg nach Andechs

Der Heilige Berg Andechs im Herbstnebel

Der Heilige Berg Andechs im Herbstnebel

 

Das Kloster Andechs auf dem heiligen Berg ist der älteste Walfahrtsort Bayerns. Wir lassen das Kloster mit seiner sehenswerten Klosterkirche für heute links liegen und widmen uns der Klosterbrauerei. Im Andechser Bräustüberl bestellen wir uns Wammerl (Schweinebauch) und Sauerkraut, dazu gibt es ein Helles. Wir setzen uns in den Biergarten, ein Tourist aus Norddeutschland belächelt unser kleines Bier und nimmt einen kräftigen Schluck aus seinem Maßkrug.

Unser Wandermahl im Andechser Bräustüberl

Unser Wandermahl im Andechser Bräustüberl

 

Nach dem Essen wärmen wir uns nochmal in der Braustube auf bevor es auf das letzte Etappenstück geht. Wir wählen den kürzesten Weg nach Herrsching und sparen uns den Weg über die Klosterkirche, weil wir nicht zum ersten Mal in Andechs sind und die Kirche kennen. Später erfahre ich, dass am Sonntag Erntedank war. Was lerne ich daraus? Auch wenn man etwas bereits kennt sollte man es sich nochmal anschauen. Falls es eine Dekoration zum Erntedankfest gab, habe ich diese somit verpasst.

Wir wandern durch das Kiental nach Herrsching am Ammersee. Am Ufer trinken wir eine Andechser Klosterbiene auf die wunderschöne Herbstwanderung auf dem König-Ludwig-Weg, die für meine beiden Freunde erstmal weitergeht. Mit dem Schiff fahren sie ans andere Ufer nach Utting, um von dort mit dem Zug nach Dießen zu fahren. Für mich geht es mit der S-Bahn zurück nach München. Die Sonne hat sich übrigens nicht mehr gezeigt, dafür habe ich festgestellt, dass das Fünfseenland und eine Wanderung im Nebel auch sehr schön sein kann.

Die Anlegestelle Herrsching am Ammersee.

Die Anlegestelle Herrsching am Ammersee.

 

Gut zu wissen

Die Etappe vom Starnberger See zum Ammersee auf dem König-Ludwig-Weg ist ca. 26km lang und zu jeder Jahreszeit zu empfehlen. Wer von Herrsching weiterwandern und dabei das Schiff nutzen möchte, kann sich auf der Website der Bayerischen Seenschifffahrt über die Abfahrtszeiten am Ammersee informieren. Von Dießen am Ammersee führt der König-Ludwig-Weg weiter über Hohenpeißenberg, Peiting und die Ammerschlucht (die meinen Freunden sehr gut gefallen hat), Rottenbuch und Wieskirch zu den Königsschlössern Hohenschwangau und Neuschwannstein in Füssen. Informationen zum Weg, Sehenswürdigkeiten und Übernachtungsmöglichkeiten findet ihr auf der Website des König-Ludwig-Wegs.

2 Kommentare zu “Herbstwanderung auf dem König-Ludwig-Weg zum heiligen Berg Andechs

  1. Frl.Moonstruck

    Genau dieser Weg hat mich interessiert, danke für die schöne Beschreibung (auch wenn das Wetter nicht so schön war. ;-)). Magst du mir noch verraten, wie lange ihr ungefähr gebraucht habt (falls du das noch weißt)?
    LG, Ramona

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    • Sonya Schlenk Author des Beitrags

      Liebe Ramona, es freut mich, dass dir der Artikel gefällt. Ich bin die Tour auch schon im Winter bei Schnee und im Sommer bei strahlendem Sonnenschein gegangen. Sie ist immer lohnenswert. Wie lange ich gebraucht habe? Ich weiß es leider nicht mehr. Ich glaube es waren etwa fünf bis sechs Stunden reine Gehzeit. Es ist definitiv eine Tagestour bei der du genug Zeit zum Einkehren einplanen solltest. Mit Pausen werden das locker acht Stunden sein.

      Antwort

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